Michael Koehn


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FREIZEIT

Sahara
I

12.07.2012

Trans - Sahara - Tour

Drei junge, naive "Männer" durchquerten die Sahara

Angefangen hatte es eigentlich als wirkliche "Schnapsidee":
Eines Tages trafen wir -das sind Peter; Bernd und ich- uns in schon recht angeheitertem Zustand in der berühmt-berüchtigten Hamburger Diskothek "Grünspan". Peter hatte irgendwo von Sahara-Durchquerungen per LKW gelesen und, dass man mit dem Verkauf von Lkws dort sehr viel Geld verdienen kann. Im weiteren Verlauf des Abends (oder war’s schon morgens) fiel die Entscheidung: "Das machen wir auch!".

Da nur ich bereits den Lkw-Führerschein besaß, mußte Peter noch schnell mal zur Fahrschule. Blind wie ein Maulwurf, schaffte er schon den Sehtest nicht. Also verglichen wir -Peter und ich- unsere Fotos in den Personalausweisen, fanden auch andere Leute, die bestätigten, dass man auf den schon recht alten Fotos nicht mehr sagen könne, wem welcher Ausweis gehört und beschlossen, dass ich für Ihn -mit seiner Brille auf der Nase- den Sehtest machen sollte.

Gesagt, getan, ohne irgendein Probleme überlisteten wir die erste Hürde auf unserer langen Reise.

Während Peter sich noch mit Theorie und Praxis des Führerscheins abmühte, hatten wir noch ein nicht unerhebliches Problem zu lösen: "Wer soll das alles eigentlich bezahlen??"

Wir fanden Kontakt zu einer Firma, die hauptsächlich mit Südamerika Geschäfte machte, z.Zt. aber zwei Lkws unverkäuflich auf dem Hof stehen hatte. Wir schwärmten der Inhaberin vor, wie phantastisch doch diese Chance für sie wäre und - sie willigt ein !

Wir stellten einen Katalog mit Dingen zusammen, die noch benötigt wurden, die repariert und erneuert werden mußten, die und montiert und als Zusatzausrüstung beschafft werden mußten.

Leider merkten wir erst, als wir losfahren wollten (besser gesagt, dringenst losfahren mußten, um die gebuchte Fähre in Genua noch zu bekommen), dass die meisten dieser Forderungen nicht, falsch, ungenügend oder schlampig erfüllt worden waren. So entstand der Grundstock für die sich im Laufe der Reise kontinuierlich verlängernde Mängel-Liste.

Während wir uns also der Illusion hingaben, die Eigentümerin und einzige Mitarbeiterin der besagten Firma arbeite gewissenhaft unsere Listen ab, besorgten wir uns die notwendigen Impfungen, beantragten und erhielten das Visum für Algerien, versuchten, uns noch ein paar Kenntnisse anzulesen und kauften eine Karte (die einzige seinerzeit erhältliche brauchbare).

Peter widmetet sich vorzugsweise seinem Hobby, der Reiseapotheke. Selbstverständlich wurden auch die persönlichen Papiere weiter vervollständigt und ein Internationaler Führerschein besorgt.

Am 9.4.1980 fuhren wir dann zu Dritt nach Heide, Holstein um nach dem ersten und zweiten Erschrecken die Lkws (Bild 1 ) und zahlreiche weitere Unterlagen zu übernehmen und nach Hamburg zu Peter zu fahren. Das unsynchronisierte Getriebe machte mir anfangs (Peter die gesamte Fahrt) etwas Mühe, aber wir kamen heil am "ersten Etappenziel" an.

Und dann ging’s richtig los:

Donnerstag, 10.4.80

5-10°C, Regen und Schnee, 836 km
Um ca. 02:15 Uhr fuhren Peter und ich mit den Lkws los. Bernd wollte mit dem VW-Käfer, den wir auch in Afrika verkaufen sollten, später nachkommen. So hatte er noch Zeit, letzte Besorgungen zu erledigen und uns langsame Lkw-Kutscher (Spitze ca. 70 km/h) dann am Grenzübergang nach Österreich zu treffen.

Peter und ich fuhren also um ¼ nach 2 in Hamburg los, um nicht zuviel Zeit im Berufsverkehr zu verlieren, da wir pünktlich um 12 Uhr Samstag-Mittags in Genua auf die Fähre rollen mußten.

Um 6 Uhr machten wir eine Stunde Pause in Seesen. Diese Pause brauchte ich dringend, da in meinem Lkw die Heizung nicht funktionierte. Um nicht völlig vor Kälte zu erstarren, hatte ich meine Beine schon in eine alte Wolldecke (aus dem 2. Weltkrieg) gewickelt -was das Fahren etwas erschwerte- und meine Hände hatten sich in den Ärmeln der Strickjacke verkrochen (ich hatte es bei einer Fahrt in die Sahara eigentlich nicht für nötig gehalten, Handschuhe mitzunehmen).

Um 7:00 fuhren wir im Schneeregen weiter. Die Kälte, die Störungen im Radio (nicht funkentstört) und das Schalten mit dem noch ungewohnten, nicht synchronisierten Getriebe sind Ärgernis, aber auch einzige Abwechslung. Nach dem zweiten Frühstück, nach Waschen (wir uns) und Tanken (wir die Lkws), ging dann gegen halb zwölf "on the road again" bis zur Raststätte Illertal, wo wir gegen 10:00 Uhr eintrafen.

Glücklicherweise sind wir auf der ganzen Tour nicht von der Polizei oder der BAG angehalten worden, da wir weder den Fahrtenschreiber angeschaltet, noch die gesetzlichen Ruhezeiten eingehalten haben. An diesem ersten Tag sind wir in ca. 17 Stunden ganze 835 km gefahren. Erlaubt wären 450 km in 8, maximal 9 Stunden. Nachdem wir zwei Stunden geschlafen hatten und Bernd immer noch nicht da war, rief Peter in Norderstedt an uns erfuhr, dass sich Bernd aus einem Ort, ca. 300 km von hier, gemeldet hatte. Wir warteten noch bis halb eins und versuchten dann trotz der Kälte im Führerhaus ein wenig zu schlafen.


Freitag, 11.4.80

ca. 10°C, heiter, 410 km
Um 3:45 kam Bernd dann endlich an, er hatte sich zwischendurch auch ein Schläfchen gegönnt. So konnten wir uns zusammen auf den Weg machen und kamen um 7:00 Uhr an der österreichischen Grenze in Kiefersfelden an, wo wir frühstückten und uns wuschen. Bernd fuhr bald schon weiter, um noch einige Besorgungen zu machen und uns dann am Brenner wieder zutreffen.

Leider klappte es mit der Zollabfertigung nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben: So gegen halb zehn hatten wir endlich -mit viel Rennerei- unsere AE abgefertigt, als uns ein Zöllner eindringlich warnte, ohne T2 nach Italien einzureisen. Wie sich später herausstellte, war diese die T2 völlig unnötig.

Wir fuhren also zurück, um bei einem an der Grenze arbeitenden Spediteur die T2 aufmachen zu lassen. Denks’te: Für ein solches Formular muß eine Sicherheit (Kaution) geleistet werden. Eine Bar-Bürgschaft wollten wir nicht hinterlegen, da diese auch dort wieder abgelöst werden muß, wir jedoch nicht wieder nach Kiefersfelden, sondern weiter nach Italien fahren wollten. Also brauchten wir über DM 6.000,00 eine fernschriftliche Bankgarantie.

Wir telefonierten mit Firma, diese mit der Bank. Wir warteten, telefonierten wieder, warteten, warteten, warteten und warteten. Endlich kam das langersehnte Telex. Jetzt mußten wir uns nur noch eine Bescheinigung besorgen, dass der Diesel in unseren Tanks verzollt ist. Die von vorher ausgefüllte und abgestempelte "Warenerklärung für Dieseltreibstoffe" sollte zuerst nicht anerkannt werden. Mit Hilfe des Spediteurs gelang es uns dann doch, eine erneute Verzollung unseres Treibstoffes zu vermeiden.

Um 16:00 Uhr konnten wir weiterfahren. Von den landschaftlichen Schönheiten bemerkten wir nicht viel, das Wetter war zu diesig und wir hatten auch keine Zeit mehr, irgendwo eine Rast einzulegen.

Am Brenner stand Bernd und fluchte! Er stand sich schon seit 9 Stunden die Beine in den Bauch, so lange hatte unser Zoll-Trouble alles in allem gedauert. An der Maut-Stelle bringt Peter dann den gesamten Betrieb durcheinander, weil er für uns alle, zu Fuß, die "Autobahn-Eintrittskarten" holen wollte. Die Anlage funktioniert aber nur, wenn tatsächlich ein Fahrzeug vorfährt und Peter schafft es, alle drei vorhandenen Automaten außer Betrieb zu setzen, weil Induktionsschleifen bedauerlicherweise nicht sehen können, was er dort vorhatte. Ein Angestellter behebt den Schaden wieder, nicht ohne Peter vorher einen gehörigen Rüffel verpaßt zu haben.

Schon haben wir das nächste Problem: Ich habe keinen Diesel mehr im Tank. Mit Hilfe eines -mit 5 Metern entschieden zu langen- Schlauches füllen wir etwa 10 L aus Peters Tank in einen alten Ölkannister und von dort mittels einem Stück Pappe (als Rinne) in meinen Tank. Dann geht’s weiter.

In Italien tanken wir, essen und besprechen die weitere Strecke. Von ca. 21:30 bis 2:00 nachts fahren wir noch ein paar Kilometer, bevor wir uns für ca. 1½ Stunden auf einem Parkplatz zum Schlafen legen. Beim Einschlafen dachte ich belustigt daran, dass Peter Glasperlen, Spiegel und ähnliches Zeug mitgenommen hat, um es in Afrika einzutauschen, vielleicht hofft er sogar auf ein "Abenteuer" mit einer schwarzen Schönheit.


Samstag, 12.4.80

15°C, sonnig, 239 km
Um ca. halb drei ging es weiter. Wir hatten zwar noch eine gehörige Strecke vor uns, aber bis Genua kamen wir gut durch. Dort führte die Autobahn, beide Spuren unabhängig voneinander, manchmal kilometerweit voneinander entfernt (sowohl vertikal, als auch horizontal) direkt durch die Stadt. Die Trasse wurde nicht ebenerdig, sondern ca. 100m über den Häusern über Brücken und Überführungen, kurvenreich einmal an Felsvorsprüngen vorbei, dann wieder über Schluchten und Einschnitte hinweg geführt.

Leider verpaßten wir die richtige Ausfahrt und müßten direkt in der Stadt ein paar "U-Turns" drehen, rücksichtslos gegen kleinere Fahrzeuge, da man sonst kaum vorankam.

Plötzlich blieb Peter stehen -mitten auf einer Kreuzung! Kein Sprit mehr! Nach seiner Beteuerung, der Tank sei noch halbvoll und nach seinem enttäuschten Blick in denselben, hängen wir die Lkws mittels einer Abschleppstange hintereinander und ab geht die Post. Zwischenzeitlich drängt die Zeit, wir müssen zum Fähranleger.

Wir fragten mehrmals nach dem Weg und fanden uns plötzlich vor einem von wild gestikulierenden Karabineri abgeriegelten Parkplatz. Man gab einen Empfang, mit militärischer Parade und allem Brimborium. Radebrechend machten wir dem Beamten klar, dass er uns nur dann loswerde, wenn er uns genau auf diesem Platz wenden lasse. Das sah er ein, wir fuhren eine Schleife, fanden dann gleich eine Tankstelle und Peter konnte mit eigenem Motor die Fahrt fortsetzen.

Nach Plan mußten wir über eine Brücke, die allerdings laut dem davor stehenden Schild nur für max. 2 to zugelassen war. Ein italienischer Trucker hinter uns winkt uns jedoch aufmunternd zu und so fahren wir -unsere beiden 7,5-Tonner und der Italiener mit seinem Lkw- über dieses Bauwerk und kommen endlich in den Hafen, wo es von Schiffen, Lkws, Pkws, Zöllnern und anderem Volk nur so wimmelt.

Nach wiederholten Rennereien -Konnossemente müßten beantragt, andere Papiere besorgt und 60.000 Lira gezahlt werden- sind wir kurz nach 9:00 mit dem Papierkram soweit fertig. Lediglich die Konnossemente mußten wir noch abholen, nachdem die Lkws auf dem Schiff sind. Das sollte allerdings erst in ca. fünf Stunden -gegen 14:00 Uhr- der Fall sein.

Nach der anstrengenden, ungewohnten Fahrt von Hamburg bis Genua waren wir froh, uns mal ganz ohne Zeitdruck in einen Lkw setzen zu können und ein paar von den mitgebrachten Bieren zu trinken.

Da wir den ganzen Tag noch nichts gegessen haben, merken wir die Biere sehr bald und beschließen, uns die Beine in der Stadt zu vertreten, Postkarten und Zigaretten zu kaufen. Die Stadt ist ebenso chaotisch, wie der Hafen: Wäscheleinen hängen über die Straßen, Autos parken kreuz und quer, einige Häuser sind förmlich an den Felsen "geklatscht".

Gegen Mittag sind wir wieder zurück zum Hafen gegangen und durften dann auch langsam näher an das Schiff heranfahren (Bild 2 ). In Dieselqualm und direkter Sonneneinstahlung warten wir, ziehen einen Meter vor, warten wieder, fahren ein Stückchen und warten erneut.

Dann fuhr Peter endlich an Bord. Ich wurde nicht durchgelassen, weil mein Paß noch im Reederei-Büro liegt. Ich stieg also aus, rannte zum Reedereikontor, legte meine Bord-Karte vor, bekam Peters und meinen Paß, rannte zum Zoll, bekam dort die erforderlichen Stempel (obwohl der Zöllner Peter nie gesehen hatte) und konnte dann zusehen, wie ein Angestellter meinen Lkw an Bord brachte (Bild 3 ).

Nachdem wir dann auch noch die T2 erledigt hatten, sind wir -erschöpft, wie wir waren, gleich in unsere 1. Klasse-Kabinen gegangen, haben ausgiebig geduscht und uns umgezogen. Danach blieb uns Zeit für einen letzten Blick von der Fähre auf den Hafen von Genua.

Die Überfahrt war ruhig und vor allem billig, weil die Verpflegung im Preis inkludiert war. Es gab sowohl Abends, als auch am nächsten Morgen ein Menü mit je fünf oder sechs Gängen. Wir unterhielten uns noch mit einigen Lkw-Fahrern, die diese Überfahrt häufiger machten und alle in die Gegend von Sfax an der Ostküste von Tunesien wollten.


Sonntag, 13.4.80

15°C, sonnig, 230 km
Nach einer erholsamen Nacht und einem geruhsamen Vormittag an Bord kommen wir gegen 11:00 Uhr in La Goletta, Tunis an.

Schon im Hafen tauchten die ersten Schwierigkeiten auf: Der Zoll war an Sonntagen nur für Pkw geöffnet und man sagte uns, wir hätten hier bis Montag zu warten. Da wir weder Lust hatten, die Lkws einfach stehen zu lassen, noch einen ganzen Tag in der ziemlich tristen Hafenstadt zu vertrödeln, versuchten wir, doch noch irgendwie hinauszukommen.

Ein netter Zollbeamter hatte dann ein Einsehen und stellte uns einen provisorischen "Transit-Tages-Schein" aus, der allerdings nur für diesen einen Tag - also bis Mitternacht- galt. Das bedeutete für uns, die ca. 550 km bis zur tunesich-algerischen Grenze in knapp sechs Stunden zu schaffen. Und das bei -wie erwähnt- 70 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Als erstes mußten wir jedoch tanken. Für die DM 200,00, Bernd bereits getauscht hatte, mußten wir 600 Liter Diesel -für die Lkws und das Reserve-Faß- und Benzin für den VW bekommen.

Im Laufe der Nacht machten wir zweimal Pause, das erste Mal essen wir zu Abend (Dosenfisch aus unserem reichlichen Konserven-Vorrat) und schlafen ca. anderthalb Stunden. Da uns nach einigen Stunden wieder fast die Augen zufallen, nutzen wir auch die zweite Pause für ein Schläfchen (3 Stunden).

Plötzlich hielt Peter an und winkte uns zu seinem Truck. Unsere Befürchtungen erweisen sich als unbegründet, er wollte uns nur hören lassen, dass er in seinem Autoradio das ARD-Nachtprogramm von NDR/WDR 2 empfing.


Montag, 14.4.80

20°C, sonnig, 424 km
Bei einer Gabelung werden wir von der Polizei angehalten. Verunsichert stoppen wir und stellen fest, dass sie nicht weiter wollen, als eine Mitfahrgelegenheit für einen ihrer Kollegen. Bernd willigt ein, nimmt den Beamten mit und hat etwas Gesellschaft. Allerdings sehr wortkarge Gesellschaft, wie er uns später berichtet.

Die Grenze zwischen Tunesien und Algerien erreichen wir gegen 10:00 Uhr, also zehn Stunden zu spät. Wir berichten dem Zöllner von einer Panne und werden ohne Probleme abgefertigt, erhalten die Stempel in die Pässe und sehen noch bei der Abfertigung eines Algeriers und seiner fünf Frauen zu: Er legt alle Pässe vor, die Frauen, alle mit Shador tiefverschleiert, werden weder beachtet, geschweige denn kontrolliert.

Nachdem uns das Tor auf der tunesischen Seite der Grenze geöffnet wurde, fuhren wir ca. 3 km durch das "Niemandsland" zwischen Tunesien und Algerien. Hier sah es aus, wie eine sehr lange, aber schmale Müllkippe, überall an der Straße lagen alte, ausgeschlachtete Autowracks und anderer Gerümpel.

Auf der Seite von Algerien füllen wir beim Grenzposten die üblichen Formulare aus und warten dann geraume Zeit auf die weitergehende Abfertigung (Bild 4 undBild 5 ). Wir mußten sämtliche Devisen angeben, über die wir verfügen und verpflichten, bei jedem Umtausch eine offizielle Unterschrift einzuholen. Falls wir diese Unterschriften bei der Ausreise nicht vorweisen können: Oh weh. Zudem wird uns noch eine Versicherung -wofür oder wogegen auch immer- "aufgezwungen", die sieben Tage gültig ist und 55 Alg. Dinar kostet.

Gegen Mittag sind wir glücklich mit allen Formalitäten fertig und dürfen weiterreisen.

Über El Qued, wo wir tankten und auch "Trinkwasser" bekamen (Bild 6 ), fuhren wir weiter bis Touggourt. Dort suchten Peter und Bernd das örtliche Luxus-Hotel auf, wurden aber mit der Begründung abgewiesen, es sei kein Zimmer mehr frei. Es ist nicht völlig auszuschließen, dass unser mittlerweile nicht mehr ganz porentief reines Äußeres einen gewissen Einfluß auf diese Antwort nahm.

Die beiden versuchten ihr Glück noch bei zwei weiteren "Hotels", die uns jedoch nicht zusagten: Ein großer, fensterloser Raum mit Lehmboden, in welchem alle Hotelgäste gemeinsam auf den Boden schlafen durften. Und dafür noch bezahlen: Nein Danke!

Währenddessen war ich bei den Fahrzeugen geblieben und hatte versucht etwas zu lesen, wenn mir nicht gerade ein Salamander (oder ähnliches Getier), Hasch oder Dinge, die ich nicht verstand, zum Kauf angeboten wurden.

Da wir bei unserer Hotelsuche nicht erfolgreich waren, kauften wir noch eine Flasche Brause und ein Baguette und fuhren aus der Stadt in die steppenartige Wüste, essen auf der Ladefläche von Peters Lkw und trinken in aller Ruhe unsere letzten drei Dosen Bier (Bild 7 ).

Dann begeben wir uns zur Ruhe.


Was dieses Land, bzw. die Landschaft so interessant macht, sind die abwechslungsreichen Bilder der Umgebung: An einer Stelle ist die Straße (und die Telegrafenmasten) meterhoch vom Sand zugeweht (Bild 8 undBild 9 ) und an der nächsten "Ecke" sieht man einen Teich mit dichtem Schilfbewuchs und Palmen. An anderen Stellen gibt es tiefe Sandtrichter, die immer wieder leergeschaufelt werden müssen, damit die darin wachsenden Palmen überhaupt an Wasser herankommen und die Menschen somit etwas zu Essen haben.

Ebenfalls interessant sind die verstreuten Hütten, kilometerweit vom nächsten Nachbarn entfernt. Auch das Nebeneinander modernster Technik (Antennenanlagen) und primitiver Lehmhütten kann Interesse wecken und gleichzeitig erschrecken, aufregend dagegen das paradoxe Miteinander von einerseits tiefverschleierten und andererseits hoch-modisch, europäisch gekleideter Frauen, von denen einige wirklich absolut TOP aussehen.

Was hier jedoch schon fast zur Phobie werden kann, ist der puderfeine Sand -besser Staub- der überall eindringt. manchmal kann man keine 50 Meter weit sehen (Bild 10 ), so staubig ist die Luft, besonders bei dem recht Kräftigen Wind (ca. 5-6 Bft)

Vor dem Schlafengehen habe ich daher versucht, mein defektes Ausstellfenster zu verkleben, diesmal nicht wegen der Kälte, wie in "Old Germany", sondern gegen den Sand, der allerdings trotzdem durch jede noch so kleine Ritze eindringt (sogar bis in die Zahnpasta-Tuben!)

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